Turnierteilnahme – welche Voraussetzungen gibt es?

Für viele Reiter ist die Turnierteilnahme ein großer Schritt in der Reitkarriere. Doch natürlich darf nicht jede Person einfach so an einem Reitturnier teilnehmen. Was die Voraussetzungen für die Teilnahme sind und was das alles mit Reitabzeichen zu tun hat, erfährst du in diesem Artikel.

In Deutschland ist das Turniersystem in zwei Prüfungsarten unterteilt: Wettbewerbe (WB) und Leistungsprüfungen (LP). Als Regelwerk für Wettbewerbe gilt die sogenannte Wettbewerbsordnung oder kurz WBO. Für Leistungsprüfungen gilt die Leistungs-Prüfungs-Ordnung oder auch LPO.

WBO-Wettbewerbe

Bei Wettbewerben nach der WBO, gibt es Ehrenpreise wie zum Beispiel einen Pokal, eine Schleife oder auch Ausrüstung für dich und dein Pferd zu gewinnen. Um an WBO-Wettbewerben teilzunehmen brauchst du keine FN-Schnupperlizenz oder FN-Jahreslizenz. Manche Landesverbände bzw. Landeskommissionen geben dennoch unterschiedliche Vorschriften vor, die neben der WBO beachtet werden müssen. Erfolge werden bei normalen Wettbewerben jedoch nicht eingetragen und es stehen meist keine Geldpreise aus. Welche Wettbewerbe demnächst anstehen, kannst du hier nachlesen: www.nennung-online.de

LPO-Leistungsprüfungen
Leistungsprüfungen werden in die Klassen E(Einsteiger), A(Anfänger), L(Leicht), M(Mittel) und S(Schwer) unterteilt. Nun wollen wir aber wissen, was die Voraussetzungen zur Teilnahme sind und wo hierbei die Reitabzeichen ins Spiel kommen:

Klasse E: Um in der Einsteigerklasse zu starten benötigst du eine FN-Schnupperlizenz mit Leistungsklasse 7 oder eine FN-Jahresturnierlizenz mit der Leistungsklasse 6. Für die Schnupperlizenz musst du lediglich Mitglied in einem Reitverein sein. Sie ist zudem kostenlos beantragbar. Wenn du aber die richtige Jahresturnierlizenz beantragen möchtest musst du zudem noch das Reitabzeichen 5 (RA 5) besitzen.
Mit dem Besitz des Reitabzeichens kannst du nachweisen, dass du schon viel Erfahrung im Reiten hast und den richtigen Umgang mit Pferden beherrscht.

Klasse A: Für die Anfängerklasse musst du mindestens in der Leistungsklasse 6 sein und dafür das Reitabzeichen 5 vorlegen können. Eine Schnupperlizenz reicht hier nicht mehr aus.

Klasse L: Ab der Leistungsklasse 5 darfst du an Turnieren der Klasse L teilnehmen. Um in die Leistungsklasse 5 eingestuft zu werden, benötigst du das Reitabzeichen 4 (RA 4), hier wird wie bisher auf Trense geritten oder das Reitabzeichen 3 (RA 3), hier wird schon auf Kandare geritten.

Klasse M: In der schon weit fortgeschrittenen Klasse M darfst du teilnehmen, wenn du das Reitabzeichen 2 (RA 2) besitzt und damit zur Leistungsklasse 4 gehörst..

Klasse S: Die höchste und schwerste Prüfungsklasse ist die Klasse S. Um hier teilnehmen zu dürfen, musst du mindestens der Leistungsklasse 3 zugehören. Dafür musst du das Reitabzeichen 1 (RA 1) oder das RA in Gold besitzen.

Turnierteilnahme

 

Es sei gesagt, dass ab der Klasse M die Reitabzeichen keine absolut nötige Voraussetzung mehr sind. Die Höherstufung kann ab hier auch durch Turniererfolge geschehen. Mit dem Besitz eines Reitabzeichens kannst du jedoch höher gestuft werden ohne Turniererfolge erzielen zu müssen. Außerdem sind die höheren Reitabzeichen ein weiterer Nachweis für deine Fähigkeiten. Welche Turniererfolge du für eine Höherstufung genau benötigst, kannst du auf der Website der FN nachlesen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen: An WBO Turnieren kann jeder teilnehmen der möchte, aber die Erfolge werden weder festgehalten noch durch Geldpreise belohnt. An offiziellen LPO Leistungsprüfungen ab der Anfängerklasse, kann man nur teilnehmen, wenn man mindestens das Reitabzeichen 5 vorweisen kann. Eine Höherstufung erfolgt über die höheren Reitabzeichen 4-1 oder durch Turniererfolge.

Wenn du wissen möchtest wofür Reitabzeichen sonst noch gut sind, kannst du dir gerne diesen Artikel durchlesen: https://www.online-reitabzeichen.de/warum-brauche-ich-reitabzeichen/

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